Wer sich mit Bettdecken beschäftigt, stößt früher oder später auf das Wort Inlett. Auf Etiketten, in Produktbeschreibungen, bei der Reinigung. Was genau damit gemeint ist, erklärt aber kaum jemand.

Die kurze Antwort

Das Inlett ist die innere Hülle einer Bettdecke oder eines Kissens — also das Gewebe, in dem die Füllung steckt. Es ist fest vernäht und wird nicht gewechselt, anders als der Bettbezug.

Anders gesagt: Ihre Decke besteht aus drei Schichten. Ganz innen die Füllung — Daunen, Federn, Naturhaar oder Synthetik. Darum das Inlett, das die Füllung an Ort und Stelle hält. Und darüber der Bettbezug, den Sie regelmäßig abziehen und waschen.

Das Wort stammt vom lateinischen inlatum für „das Hineingelegte" und wird in der Bettwarenbranche seit Jahrhunderten verwendet.


Welche Aufgaben ein Inlett erfüllen muss

Das klingt nach einem simplen Stoffsack, ist aber die technisch anspruchsvollste Komponente der ganzen Decke. Das Gewebe muss vier zum Teil widersprüchliche Anforderungen gleichzeitig erfüllen:

  • Dicht genug, dass keine Daunenfäserchen hindurchtreten
  • Durchlässig genug, dass Feuchtigkeit nach außen entweichen kann
  • Leicht, damit die Decke nicht unnötig schwer wird
  • Robust, damit es Jahrzehnte täglicher Nutzung übersteht

Dicht und atmungsaktiv zugleich — das ist der eigentliche Trick. Gelöst wird er über die Fadendichte: Hochwertige Inletts bestehen aus fein gewebter Baumwolle mit mindestens 200 Fäden pro Quadratzentimeter. Die Fasern liegen so eng, dass selbst feinste Daunenteile nicht hindurchkommen, Wasserdampf aber schon.

Günstige Inletts aus synthetischem Gewebe haben oft eine zu geringe Dichte. Die Folge kennt jeder, der schon einmal eine billige Daunendecke hatte: Kleine Federn pieksen durch den Bezug.


Inlett und Bezug — der häufigste Irrtum

Diese beiden werden regelmäßig verwechselt, deshalb zur Klarstellung:

  • Der Bettbezug ist das, was Sie beim Bettenmachen wechseln. Er kommt in die Waschmaschine, kostet wenig und ist austauschbar.
  • Das Inlett sehen Sie im Normalfall nie. Es ist fest vernäht, lässt sich nicht abziehen und wird nur bei einer professionellen Aufarbeitung geöffnet oder ersetzt.

Wenn im Handel von einem „Inlett" als kaufbarem Artikel die Rede ist, ist meist ein leerer Bezug zum Selbstbefüllen gemeint — etwa für Kissen. Bei fertigen Bettdecken meint das Wort dagegen immer die innere, fest vernähte Hülle.


Kammern, Stege, Kassetten

Ein Inlett ist selten ein einzelner Sack. Damit die Füllung nicht in eine Ecke rutscht, wird es in Kammern unterteilt — und die Bauart entscheidet mit über die Wärmeleistung:

  • Durchgesteppt: Ober- und Unterseite sind direkt vernäht. Einfach und günstig, aber an den Nähten entstehen Kältebrücken, weil dort keine Füllung liegt.
  • Kassetten: Zwischen Ober- und Unterseite sitzen senkrechte Stege, sodass echte dreidimensionale Kammern entstehen. Die Füllung kann sich voll entfalten, es gibt keine Kältebrücken. Aufwendiger in der Fertigung und entsprechend teurer.

Wer nachts an den Steppnähten friert, hat eine durchgesteppte Decke. Bei einer Umarbeitung lässt sich das ändern.


Woran Sie erkennen, dass das Inlett am Ende ist

Hier liegt der Punkt, der die meisten überrascht: Das Inlett gibt fast immer vor der Füllung nach. Hochwertige Daunen halten 30 bis 50 Jahre. Das Gewebe drumherum wird nach 15 bis 20 Jahren mürbe.

Wer eine alte, flach gewordene Decke wegwirft, entsorgt deshalb oft eine noch ausgezeichnete Füllung — weil die Hülle nicht mehr dicht ist.

Typische Anzeichen:

  • Daunenfäserchen treten durch das Gewebe und pieksen durch den Bezug
  • Sichtbare Risse oder offene Nähte, besonders an Ecken und Kanten
  • Das Gewebe ist vergilbt und fühlt sich dünn oder brüchig an
  • Die Füllung hat sich ungleichmäßig verlagert, weil Kammernähte aufgegangen sind
  • Ein Geruch, der auch nach professioneller Reinigung bleibt

Ein einfacher Test: Ziehen Sie vorsichtig an zwei Stellen des Gewebes. Fühlt es sich papierartig an oder gibt es sofort nach, ist es mürbe.


Was tun, wenn das Inlett defekt ist?

Eine defekte Hülle ist kein Grund für eine neue Decke. In unserer hauseigenen Näherei fertigen wir ein neues Inlett maßgenau an, entnehmen die vorhandene Füllung, reinigen sie und füllen sie in die neue Hülle. Was das kostet und wie es abläuft, steht hier: Inlett erneuern lassen.

Falls dabei auch Füllung fehlt, lässt sich beides in einem Arbeitsgang verbinden: Daunendecke auffüllen lassen. Die Begutachtung ist in jedem Fall kostenlos — wir sagen Ihnen vorab, was tatsächlich nötig ist.


Häufige Fragen

Kann ich das Inlett selbst waschen?

Nicht getrennt von der Füllung — es ist fest vernäht. Gewaschen wird immer die komplette Decke, und das gehört wegen der Trocknung in professionelle Hände: Bettdecke reinigen lassen.

Aus welchem Material besteht ein gutes Inlett?

Fein gewebte Baumwolle, meist in Batist- oder Perkalqualität. Baumwolle nimmt Feuchtigkeit auf und gibt sie wieder ab — Synthetikgewebe kann das schlechter, weshalb es sich unter einer Daunendecke schnell klamm anfühlt.

Warum ist mein Inlett rot oder blau kariert?

Traditionell wurden Inletts farbig gewebt, oft in Rot oder Blau. Das hatte einen praktischen Grund: Auf hellem Gewebe wären Verfärbungen durch Federfett sofort sichtbar gewesen. Heute ist es vor allem Gewohnheit — technisch macht die Farbe keinen Unterschied.

Hat ein Kopfkissen auch ein Inlett?

Ja, nach demselben Prinzip. Bei Kissen ist die Belastung sogar höher, weil sie direkten Kontakt zu Gesicht und Haaren haben. Entsprechend häufiger sollten sie gereinigt werden: Kissen reinigen lassen.

Betten Luck